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»In Verbundprojekten mit der Industrie haben wir Materialien und
Herstellung optimiert«, so Dr. Andreas Hinsch, Projektleiter am
Fraunhofer ISE. »Jetzt geht es um die Erkundung eines Marktes,
der auf die speziellen Vorteile von Farbstoffsolarzellen
zugeschnitten ist. Dazu suchen wir Partner, die in erste
Testanlagen und Demonstrationsprojekte investieren wollen.«
Mit einer neuen Glaslottechnik haben Hinsch und sein Team die
entscheidende Hürde für die praktische Erprobung genommen:
Einfache Herstellung und Stabilität. Alle Materialien für die
Zellenbildung werden als Paste im Siebdruck strukturiert auf
zwei Glasplatten aufgebracht. Die beiden Platten werden so
miteinander verbunden, dass sich mäander- oder streifenförmige
Kanäle bilden. In diese Kanäle werden der Farbstoff und ein
gelierbarer Elektrolyt eingefüllt – fertig ist die Solarzelle.
Faszinierend wie die Technik sind die
Gestaltungsmöglichkeiten: Die Module sind ockerfarben
transparent. Diese Farbe kann durch Filter variiert werden.
Farbige Pasten heben das Muster hervor oder lassen die
Oberfläche einheitlich erscheinen. Durch Bedrucken mit
streuenden Schichten können innerhalb der Module Bilder und
Schriftzüge ohne nennenswerten Leistungsverlust kreiert werden.
»Besonders für Fassaden und Werbezwecke ergeben sich ganz neue
Möglichkeiten«, sagt Hinsch.
Für die Hannover-Messe hat das Fraunhofer ISE mehrere 30 x 30
cm² große Module grafisch unterschiedlich gestaltet. In Ihnen
sind jeweils sechs Solarzellen hintereinander geschaltet. Das
ergibt etwa 4,2 V Spannung, 0,8 A Strom bei 2,5 % Wirkungsgrad.
In zwei Jahren erwartet Hinsch durch Verbesserung der
Drucktechnik bis 5 % Wirkungsgrad auf 60 x100 cm² großen
Flächen. Auf 1 cm² kleiner Fläche wurde aus Japan bereits ein
Wirkungsgrad von 10,4 % berichtet.
Seit 15 Jahren wird an der Farbstoffsolarzelle, die Licht in
elektrische Energie umwandelt geforscht. Das Herz der Zelle
besteht aus einem organischen Farbstoff sowie aus Titandioxid.
Letzteres macht als Massenprodukt die Wandfarbe weiß, in der
Farbstoffsolarzelle tritt es als hochtechnologische
nanokristalline Paste auf.
Das große Problem bislang: Die Farbstoffsolarzelle braucht
eine kleine Menge flüssigen Elektrolyts. Wie gewährleistet man
die Dichtheit der Zellen? Die Fraunhofer-Forscher haben mit dem
siebgedruckten Glaslot jetzt einen entscheidenden Schritt
vorwärts geschafft. Es versiegelt die Glasplatten hermetisch
nach außen und schützt innen empfindliche Materialien vor
Degradation. Mehrere 1000 Stunden beschleunigter Alterungstest
unter unterschiedlichsten Bedingungen zeigen die bereits gute
Langzeitstabilität der Zellen.
Die Arbeiten wurden im Rahmen eines vom Bundesministerium für
Bildung & Forschung BMBF sowie der Europäischen Union und dem
Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts durchgeführt.
Hannover-Messe
Die Farbstoffsolarzelle wird auf der Hannover Messe gezeigt, auf
dem Fraunhofer ISE Stand Nr. B44 in Halle 13.
Der Stand befindet sich unter dem Dach des CLEAN ENERGY
Themenparks. Am 27. April wird Dr. Andreas Hinsch im Rahmen des
Branchen- und Exportforums »Erneuerbare Energien» auf der
Hannover Messe einen Vortrag über die Gestaltungsmöglichkeiten
mit Farbstoff-Solarzellen in englischer Sprache halten: »Dye
Solar Cells: PV for creative application«. |